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Die Zeichnung zeigt Dir, wie die Floßform gedrahtet wird. Der dicke Draht wird parallel zum Stamm gelegt. Danach drahte ich jeden Ast einzeln mit dem vorbereiteten dünnen Draht und befestige mit dem unteren Drahtende den dicken Draht am Stamm. Alternativ kann ich aber auch je 2 Äste zusammen drahten und dabei den dicken Draht am Stamm fixieren. Nun kann ich zum einen den Stamm in eine leicht geschwungene Form biegen als auch die einzelnen Äste schön verteilen. Mein Baum ist noch zu klein, um bereits jetzt mit dem Drahten der Zweige zu beginnen, im Prinzip steht dem aber nichts im Wege.
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Ich betrachte den liegenden Ficus, um die spätere Vorderseite zu finden. Grundsätzlich betrachtet man eine Floßform immer von der Seite oder leicht diagonal. Niemals wird der Bonsai so präsentiert, daß der Betrachter längs des liegenden Stammes schauen muß. Sodann biege ich den Stamm leicht in eine S-Form. Dabei achte ich darauf, daß die größeren Äste in den Vordergrund geraten, daß gibt dem späteren Bonsai mehr Perspektive. Eine derart gestaltete Gruppe oder Floßform bezeichnet man als die Fernsicht des Bonsai. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, die größeren Äste in den Hintergrund zu verlagern. In diesem Fall spricht man von der Nahsicht.
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Nun werden die einzelnen Äste verteilt. Die Äste in der Mitte stehen nahezu senkrecht, sie sollten auch später die größeren Stämme werden. Die kleineren Stämme sollen sich etwas nach außen neigen, der Neigungswinkel wird umso größer, je weiter ein Stamm vom Schwerpunkt der Gestaltung entfernt ist. Um eine unnatürliche Symmetrie zu vermeiden, wird weder der mittlere Ast als größter Stamm der Gruppe gestaltet, noch wird der Baum so gepflanzt, daß der größte Stamm genau im Mittelpunkt der Bonsaischale steht.
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Abschließend entferne ich auf der Unterseite des Stammes an mehreren Stellen vorsichtig die Rinde. Hier sollen sich später neue Wurzeln bilden. Die Wurzelbildung beschleunige ich, indem ich etwas Wurzelhormon auf die geschälten Stellen aufstäube. Die Verwendung ist aber nicht zwingend notwendig. Jetzt erst nehme ich den Ficus aus dem Kunststoffcontainer, in welchem ich ihn gekauft habe. Ich streue eine etwa 2 cm hohe Schicht Akadama in die Schale und entferne soviel Erde vom Wurzelballen, daß nicht alle Wurzeln vollständig freigelegt werden. Dies muß sehr vorsichtig geschehen. Beschädige ich dabei zuviele der kleinen Haarwurzeln, kann der kleine Baum nicht genug Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Nun lege ich die Pflanze in die Schale und fülle mit Akadama auf. Um den Boden gut zu durchfeuchten, wird nicht gegossen, sondern getaucht. Dazu habe ich in eine Wanne soviel abgestandenes Wasser oder Regenwasser gefüllt, daß ich die Bonsaischale hineinstellen kann, ohne daß Wasser über den Schalenrand hineinläuft. Jetzt kann ich beobachten, wie das Akadama Wasser aufnimmt. Nach einigen Minuten kommt die Bonsaischale in die Spüle, damit überschüssiges Wasser gut ablaufen kann.
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Nun kommt der gestaltete Jung-Bonsai auf die Fensterbank. Noch sieht er etwas jämmerlich aus, einige Blätter auf strohhalmdünnen Stämmchen spähen zaghaft über den Schalenrand. Aber das wird sich ganz schnell ändern. Ich achte darauf, daß die junge Pflanze nicht in praller Sonne steht, daß ist im Herbst ziemlich einfach. In den kommenden Wochen entwickeln sich die neuen Wurzeln. In dieser Zeit schütze ich den Baum vor Zugluft und trockener Heizungsluft. Außerdem achte ich darauf, daß die Bonsaierde niemals ganz austrocknet. Nach 3 Monaten wird zum ersten Mal gedüngt, mit einem speziellen Bonsaidünger. Nach 6 Monaten werde ich die Drähte der neuen Stämme entfernen müssen und nach einem Jahr werde ich meine Floßform zum ersten Mal umpflanzen.
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