Grundlagen der Bonsaigestaltung

Wuchsformen verholzender Pflanzen

Verzweigungssysteme

Für die Wuchsform einer verholzenden Pflanze ist das Verzeigungssystem von entscheidender Bedeutung. Im wesentlichen unterscheidet man drei Systeme: Akrotonie, Basitonie und Mesotonie.

Verzweigungssysteme verholzender Pflanzen

Die obige Darstellung zeigt von links nach rechts die akrotone, die mesotone und die basitone Verzweigung.

Akrotonie

Bei akrotoner Verzweigung wächst die jeweils letzte Knospe eines Triebes am stärksten. Die akrotone Verzweigung findet man vorwiegend an Bäumen. Die oberste Knospe des Leittriebes entwickelt sich zur Triebverlängerung und somit im weiteren Wachstum zum Stamm. Die darunter liegenden Seitenknospen entwickeln sich zu Seitentrieben und weiter zu Ästen. Diese Verzweigung setzt sich in den Ästen fort. Die letzte Knospe eines Astes fördert das Längenwachstum des Astes, die Seitenknospen bilden die Zweige.

Basitonie und Mesotonie

Bei Sträuchern findet man basitone und mesotone Verzweigung. Bei der Basitonie wachsen ständig neue Triebe aus dem Boden. Diese Verzweigung läßt sich besonders gut bei Serissa beobachten. Bei mesotoner Verzweigung entstehen neue Triebe vermehrt in der Mitte der älteren Sprosse.

Auswirkung auf die Gestaltung

Für einen Bonsai, welcher seine besondere Erscheinung durch einen einzelnen Stamm bekommen soll, ist es einfacher, eine Pflanze mit akrotoner Verzweigung zu wählen. So gelingt die Gestaltung beispielsweise eines Moyogi noch relativ einfach. Dieselbe Form läßt sich zwar auch aus einer Serissa erreichen, dennoch müßte man ständig sich neu entwickelnde Triebe entfernen.
Pflanzen mit basitoner und/oder mesotoner Verzweigung eignen sich besonders gut zur Gestaltung eines Bonsai mit einem Mehrfachstamm.